Der ORF als Aktiengesellschaft?

Foto: istockphoto.com

Einen kreativen Ansatz zur Entpolitisierung des ORF fordert BZÖ-Chef Bucher: einfach den ORF in eine AG umwandeln, der Staat hält die Sperrminorität von 25%, der Rest wird ans Volk verteilt. Der ORF als Aktiengesellschaft? weiterlesen

Advertisements

Innovative Werbeträger: Plakat 2.0

Web 2.0, Social Networks, virales Marketing – alles neue Schlagwörter der Werbetreibenden und Marketing-Verantwortlichen. Und zu Recht wird der Online-Bereich als immer wichtiger angesehen, gerade in Zeiten wie diesen, wo die Internet-Nutzung noch immer ansteigt (72,9% aller Haushalte im Jahr 2010 verfügen über einen Internetzugang, Quelle: Statistik Austria), und die Menschen mehr und mehr Zeit mit elektronischen Medien verbringen. Allerdings sollte man nicht einzig auf Online-Aktivitäten setzen, sondern vielmehr beide Welten miteinander verknüpfen.

Und hier kommt es immer wieder zu exzellenten Beispielen, wie neue und alte Medien verbunden werden können. QR-Codes (ein auf mobilen Endgeräten auslesbarer Strichcode) sind zwar bei uns noch nicht so verbreitet, allerdings sind sie eine Form möglicher Verknüpfung (zum Beispiel Calvin Klein im Juli 2010). Neben einem großflächigen QR-Code wurde der Markenname, sowie das Versprechen „Get It Uncensored“ kommuniziert. Dem Code ist ein 40-Sekunden Werbespot hinterlegt, der die Message transportieren soll. Ein guter Versuch, mittels eines Billboards multimedial zu kommunizieren.

Ein weiteres Beispiel wurde erst unlängst mit Foursquare und einem deutschen Hundefutterproduzenten durchgeführt. Ein Video, dass die Kampagne kurz zusammenfasst findet sich hier auf Youtube, bzw. auch in den API-Highlights im offiziellen Blog von Foursquare. Das Plakat wurde hier dazu verwendet, via Probespender den Konsumenten mit seinem Hund während dem Gassi-Gang abzufangen und ihm eine Futterspende zu präsentieren, wenn er sich via Foursquare eincheckt.

Allerdings sollen nicht nur die Welten miteinander verknüpft werden, sondern auch die einzelnen Medienarten in sich verbessert werden. Die klassischen Werbeträger werden laufend verbessert, um die Nachteile gegenüber der Online-Kommunikation auszugleichen.

Der große Nachteil der klassischen Medien liegt in ihrem Streuverlust, der unweigerlich eintritt, da es sich meist um One-To-Many-Kanäle handelt. Neue Lösungen scheinen aber nicht weit, vor allem im Plakat-Bereich: kürzlich stellte das Unternehmen Immersive Labs Plakatwände vor, die interaktiv geschalten werden können und sich dabei als lernfähig erweisen.

Ein kurzes Demo-Video der Soft- und Hardware findet sich hier. Technisch gelöst wird die interaktive Plakatwand durch Kommunikation mit den Servern von Social Networks bzw. durch Einsatz von Webcams. Letzere sind im digitalen Billboard-Bereich nichts neues, sondern werden schon länger eingesetzt, um grob das Geschlecht und das Alter, sowie die Verweildauer zu bestimmen. Allerdings nur als Feedbackkanal für den Auftraggeber, um Statistiken darüber zu haben, wer sich das Plakat angeschaut hat.

Immersive Labs gehen nun hier einen Schritt weiter in eine spannende Richtung: sie spielen dem Zielpublikum gezielt Spots/Anzeigen aus, basierend auf zB dem Scan von Twitter und Foursquare, ob in der Nähe ein Sportevent stattfindet, erhalten die Konsumenten Werbung von Sportmarken. Via Gesichtserkennung spielt die Software passend zu Geschlecht und Alter die entsprechenden Werbemittel aus.

Diese Technik führt in eine spannende Richtung, einerseits werden die Daten von Konsumenten stärker zur Ansprache genutzt, was Datenschutz-Fragen aufwirft, andererseits soll damit die Werbung gezielter an die Interessen angepasst werden. Die interessensadäquate Präsentation von Werbemitteln an den Konsumenten bietet zahlreiche Vorteile für den Werbetreibenden:

– Minimierung des Streuverlustes durch genauere Abgrenzung und Bespielung der Zielgruppe
– Minimierung des Kommunikationsaufwandes (durch korrelierende Interessen muss weniger Überzeugungsarbeit für das Produkt an sich geleistet werden)
– höhere Werbeakzeptanz in der Zielgruppe (Werbung fällt nicht negativ oder störend auf, da sie ja Interessen bedient)

Laut einem Artikel bei Mashable, hat sich in einem Test-Store die Engagement-Rate um 60% im Vergleich mit herkömmlichen Billboards gesteigert. Ein imposanter Wert.

Interessant wird diese Entwicklung auf jeden Fall, sobald sie von den Out Of Home-Trägern auch auf andere Werbeformen übergreift. Interaktive TV-Spots, Augmented Reality-Printanzeigen, 3D Kino-Spots, Hörfunk-Spots mit Soundmuster (ähnlich der Songerkennungs-Software auf Smartphones) – die Technologien dazu gibt es, der Einsatz ist allerdings noch spärlich und vor allem bei innovativ geltenden Marken im Versuchsstadium.  Allerdings brechen spannende Zeiten an, die klassische Werbekonzeption und -rezeption beginnt aufzubrechen und die beiden Welten On- und Offline verschmelzen zusehends miteinander.

Kultur vs. Unterhaltung – wir sind die Guten!

Neulich brachte Hannes Tschürtz wieder mal ein Wort zum Sonntag auf seinem Blog – Pop: Kultur oder Industrie?
Darin wird einmal mehr, aber auf treffende Weise der Graben zwischen der kulturschaffenden Musikelite und der, dem schnöden Mammon und verlockenden Marketingmaschinerie der Musikindustrie hörigen Unterhaltungsfraktion thematisiert. Ein schönes Thema, welches immer wieder zu sehr kontroversen Standpunkten führt (und zu unzähligen Splitterfragen, wie Tschürtz feststellt). Zu Recht, sichern doch die beiden vermeintlichen Gegenpole Kultur und Massenunterhaltung den gesamtkulturellen Fortschritt der Gesellschaft – aber: so gegenteilig einem beide Pole vorkommen mögen, so funktionieren sie doch nach den gleichen Prinzipien.

Das kulturelle Kapital jedes Individuums setzt sich aus dem Wissen um die – meist im Mind-Set seiner Peers anerkannten – Kultur- und Unterhaltungsgüter zusammen. Kann ich in meinem Freundeskreis mit dem neuesten Klatsch und Tratsch von Robbie Williams aufwarten, habe ich einen Informationsvorsprung. Detto, wenn ich in der Staatsoper als erster die neuen Inszenierungen besuche oder auf FM4 zum Beispiel die neueste Nummer einer Band höre, die sonst noch keiner kennt. Das alles gibt mir in gewissem Maße einen kulturellen Vorsprung gegenüber meinen Mitmenschen. Eine besondere Stellung nimmt hier natürlich der Musikkritiker ein, der per Definition nicht mit dem Mainstream schwimmen kann. Er hält die Flagge des guten Geschmacks weit oben und bringt uns die Dinge, von denen wir im Alltag sonst nicht viel mit bekommen. Und genau das ist sein Job: nicht das den Leuten näherzubringen, dass sowieso schon alle kennen und sondern das Neue, das Unbekannte.

Populärkultur funktioniert nach genau diesem Phänomen: zwei Pole, die sich gegenseitig bedingen. Wenn die Oma und der Opa (und ich gelegentlich) sich an einem Samstagabend den Musikantenstadl anschauen, bereichern sie dadurch ihr kulturelles Kapital. Sie lassen sich berieseln von der heilen Schlagerwelt, sperren die Sorgen aus, wenn auch nur für die gut 2 Stunden Sendezeit. Und genau das ist das Erfolgserlebnis der leichten Popmusik: er erleichtert uns den Alltag (und ja, Schlager zählt durchaus zur populären Musik, besonder hierzulande). Er erzählt uns nicht, wie schlecht die Welt heute wieder ist, dass das und das schief läuft, etc. Pop lässt in gewissem Maße den Eskapismus des einfachen Mannes zu: er entflieht aus seiner Alltagswelt, vergisst den Job, der ihm ohnehin nichts bedeutet, die privaten Probleme, die ihn plagen. Er schaltet ab.

Und genau dasselbe Phänomen bringen die hochkulturellen Künstler zu Tage: eine Form des Eskapismus. Nur, dass es sich hier bei der Zielgruppe meist um eine Nische handelt. Die zivilisationsdepressive geistige Elite die ihrem eigentlich guten Leben entkommen möchte und sich daher in zum Beispiel düstere Melodien und Texte voller tragischer, zutiefst menschlicher Schicksale flüchten. Oder der Opernfan, der sich aufgrund der Komplexität dieser musikalischen Darbietungsform ein hohes kulturelles Kapital in diesem Bereich aufbauen muss und sich intensiv damit beschäftigen muss.

Mit Popmusik muss ich mich nicht zwangsläufig intensiv beschäftigen. Ich kann mich berieseln lassen, kurz mal aussteigen. Bei komplexeren Musikformen ist dies nicht so einfach, ich muss mich mit der Musik, mit den Künstlern und Interpreten beschäftigen. Zugegeben, vom Standpunkt des Künstlers her gesehen ist es natürlich schmeichelhaft, wenn die Leute sich mit einem beschäftigen – vom Standpunkt des Konsumenten bedeutet das Arbeit. Arbeit, die er in diesem Fall gerne macht, weil er sich mit dem Künstler identifizieren kann – was treibt ihn an, wie ist sein Werdegang, wie war er in der Lage, solche Werke zu schaffen? Alles Fragen, die Recherche benötigen – und einen Hauch Philosophie.

Natürlich kann man auch im hochkommerziellen Segment der Popmusik derartige Fragen nach recherchieren und für sich beantworten. Dieses Vorgehen nennt man Fan-Künstler-Bindung – und die herrscht auf der einen, wie auch auf der anderen Seite vor. Genauso wie viele andere Gemeinsamkeiten auch. Das Primat für jegliche Form von Musik lautet aber schlicht und einfach: Unterhalte mich!

So leisten beide Pole – die unabhängigen, der Romantik nachhängenden Künstler, die alles aus einem Antrieb schaffen wollen und sie niemals für ihre Sache verkaufen würden, gleich wie die hochkommerziellen Sell-Outs, die danach streben, mit ihrer Musik möglichst viel Geld zu scheffeln – bei aller gegenseitigen Kritik und Diskussion doch einen unschätzbaren Beitrag zu unsere gesamtkulturellen Entwicklung: Kultur und Unterhaltung – wir sind die Guten!

Die Rückkehr der Schrifttafel

Tablet-PC’s – das Schlagwort in der IT-Branche für das Jahr 2011. Waren in den Vorjahren Touchscreens, App-Stores und die Cloud die großen neuen Themen, soll jetzt die moderne Schrifttafel sein Publikum erobern.

Laut einer Studie zu diesem Thema in Deutschland, besitzen dort immerhin schon 3% der Bevölkerung zw. 14 und 49 Jahren einen Tablet-PC. Gar nicht schlecht, für knappe 8 Monate seit Markteinführung. 15% kennen das Wort/die Bedeutung Tablet-PC nicht, 85% hingegen in irgendeiner Form schon.

Wie es bei Technologie-Produkten so üblich ist, sind es die Männer und generell die Jüngeren, die besser darüber informiert sind. Die Early Adopter haben also zugeschlagen. Das iPad und Co. im Gegensatz zu den Business-Lösungen eher stärker für den privaten Gebrauch genutzt werden überrascht ebenfalls wenig. Interessant ist es, dass 40% mit dem Gedanken spielen, sich ein Tablet zumindest vielleicht zuzulegen (8% sicher). Durch die derzeit noch hohen Preise steigt mit dem Haushaltseinkommen die Kaufabsicht. Nicht-Käufer argumentieren durch nicht vorhandenen (bzw. nicht kommunizierten) Mehrwert bzw. das Preisargument.

Richtig spannend wirds allerdings, wenn man sich die Nutzung der Tablets ansieht. Die Basics stellen erwartungsgemäß Internet surfen, E-Mails lesen/empfangen und die App-Nutzung dar. Dass allerdings mit 59% mehr als die Hälfte das Tablet zum Musik hören nutzt, überrascht. Könnte man doch meinen, auf dem iPod oder ähnlichen MP3-Playern ginge das doch kostengünstiger und einfacher. Verständlicher da schon Nutzungsgruppe Nummer 2: das Video abspielen (52%). Clips von Youtube etc. am iPad schnell und unkompliziert anzusehen, dafür ist das Ding ja schließlich auch prädestiniert.

Nutzungsformen Tablet-PC's
Nutzungsformen Tablet-PC's, Quelle: Digitalbarometer 2011

Musikhören und Video-Clips abspielen – das kann ich aber auch mit anderen Geräten, also wo ist jetzt wirklich der Mehrwert? Wie schon bei Amazon’s Kindle-Reader, zielt auch die Tablett-Maschinerie darauf ab, den Print-Markt zu revolutionieren. Durchaus mit weitreichenden Hintergedanken: biete ich eine Lösung für die (ähnlich der Musikindustrie) stagnierenden bis rezessierenden Verlagshäuser, verdiene ich als Tablet-Hersteller erstens an den Apps mit (als Distributor) und kann mit meinem Produkt schneller die kritische Masse an Endkonsumenten erreichen. Ähnliches hat Apple schon mit der Einführung der iTunes-Plattform gemacht: mittels einer für Hersteller (Musiklabels) wie auch für Konsumenten einfachen und sicheren Software-Lösung trieb Apple damit erstens die Absätze seiner digitalen Musikplayer, die Nutzung von iTunes als Musikarchiv-Software (in Abgrenzung zu WinAmp und Ähnlichem), sowie die Monetarisierung des Internets für Musikprodukte voran. Mit den App-Entwicklungen sind gänzlich neue Wirtschaftszweige entstanden.

Aber zurück zu den Verlags- und Medienhäusern, wie gesagt, Musikhören im Trend. Tageszeitungen zu lesen rangiert bereits auf Rang 3 (45%), gefolgt vom Konsum ganzer Filme (44%), danach Zeitschriften (35%) und TV-sendungen (34%), Bücher rangieren nach Radio (34%) auf dem hinteren Rang mit 32%. Soweit die nackten Zahlen.

Vom Content her gesehen, liegen Nachrichten noch vor Unterhaltung vorne. Kein Wunder, am Tablet ist es möglich, Nachrichten als interaktiven, multimedialen Content aufzubereiten – mit allem was dazugehört. Wenn ich es als Medienproduzent schaffe, meine Inhalte den spezifischen Nutzungsgegebenheiten und technischen Möglichkeiten dieser Endgeräte anzupassen, können hier Umsätze generiert werden. Ganz ohne Anpassung der Inhalte geht es jedoch nicht, wie vor einigen Jahren das Beispiel von Handy-TV gezeigt hat. Einfach 1:1 meinen Broadcasting-Stream auf mobile Endgeräte zu koppeln, funktioniert nicht. Aus dem einfachen Grund, dass auf einem 3-5cm Display kein Nutzer länger als sieben Minuten zu sieht. Clips ja, ganze Sendungen nein. Dies könnte sich mit der Tablet-Technologie ändern, allerdings muss man neben den technischen Gegebenheiten auch die Umfeldsituation mit einberechnen. Nutze ich das Tablet eher wenn ich unterwegs bin? Wahrscheinlich. Bin ich in den eigenen vier Wänden, bin ich wohl mit Laptop, PC, Flat-Screen, etc. besser dran.

Womit wir wieder bei der Frage nach dem Mehrwert sind: einen ganzen Film am Tablet sehe ich mir höchstwahrscheinlich auf langen Zugfahrten oder Flügen an. Warte ich in der Früh auf den Bus, werde ich mir wohl eher die Titelseiten der gängigen Tageszeitungen anschauen und überfliegen, um nachrichtentechnisch halbwegs fit zu sein. Und hier bin ich auf die auf mich persönlich abgestimmten Nutzungsvarianten der Programmierung angewiesen. Meine persönliche Zeitung. Sagen wir, am Beispiel Österreich, ich möchte die Politik-News von Standard und Presse, die Chronik des Kuriers und den Sportteil der Krone. Warum soll ich mich auf einen Nachrichten-Provider verlassen, wenn ich alle haben kann – von jedem den Teil, der mir mehr zusagt. Natürlich ist der Medienmacher daran interessiert, dass sein Produkt so oft wie möglich konsumiert wird. In Zeiten des Internets und der theoretischen Freiheit von Information, funktioniert diese Art der Marktverknappung jedoch nicht mehr. Finde ich auf der einen Zeitungswebsite nicht, was ich brauche, surfe ich weiter. Mit einem Klick dank meiner Bookmarks.

Das Internet ist für Medien- und Unterhaltungsunternehmen eines der spannendsten und zugleich herausforderndsten Mediennutzungsformen. Niemals zuvor war ein möglicher Markt so innovationsgetrieben. Durch die Entwicklung neuer Endgeräte dringt das Medium in Lebensbereiche vor, die vor Jahren noch undenkbar gewesen wären. Neue Medienformen entwickeln sich, der Konsument bestimmt die Nutzungsformen. Dieser Trend beschränkt sich allerdings nicht nur auf die traditionellen Medien Film, Musik, Print, sondern auch auf die aus dem Internet Geborenen, wie soziale Netzwerke. Auch hier steigt der Innovationsdruck und das Schumpeter’sche Prinzip der kreativen oder schöpferischen Zerstörung greift.

Das „Digitalbarometer 2011“ on IP-Deutschland als PDF.

Heldin von Morgen?

Wir habens wieder mal geschafft: das mittlerweile jahrelang trainierte und erprobte Casting-Show-Publikum hat sich wieder mal entschieden und ein neues Opfer der SMS-Interaktions-Voting-Wut gefunden. Mit knapp 600.000 Zuschauern waren auch die Quoten der Final-Show für diese Staffel hitverdächtig. Die Single erklimmt im Laufe des Samstag Vormittags locker die Nummer 1 bei iTunes, nicht verwunderlich bei derartig massivem Medienauftritt. Die Frage, die sich an dieser Stelle natürlich immer stellt, ist die, ob nach dem Erfolgsrausch nach dem Gewinn der Sendung jetzt die Ernüchterung folgt, oder ob hier langfristig eine Karriere aufgebaut werden kann. Die Geschichte zeigt, dass das Format Casting an sich erfolgreich ist (gemessen an den durchschnittlichen Zuschauerzahlen), die Karrieren der jeweiligen Gewinner allerdings eine äußert kurze Lebensdauer aufweisen. Im Fall von Christina Stürmer konnte man mit der damals Zweitplatzierten zwar eine wirklich erstaunliche Karriere auf die Beine stellen, an Michael Tschugnall, den damaligen Gewinner, erinnert sich allerdings kaum jemand. Wird ein ähnliches Schicksal jetzt der erstplatzierten Cornelia Mooswalder und ihrem Vize Lukas Plöchl blühen?

Die Anzeichen dafür sagen ja: Lukas Plöchl aka G-Neila mit seinem Projekt Trackshittaz bringt musikalisch eine (relativ) innovative Leistung auf Tapet: in Bester Manier der aktuellen Musikströmung, die durch Künstler wie David Guetta, Lady Gaga oder auch den Atzen salonfähig geworden ist, präsentiert er freche, jugendorienterte Texte mit charterprobten Beats. Zudem wirkt er dadurch authentisch, dass er auch vorher schon diese Art von Musik selbst erdacht und umgesetzt hat („Alloa beim Fraunz“, das Cover von Stromae beispielsweise existiert schon seit vor dem Sommer 2010). Er trifft auch den Nerv der jungen österreichischen Bevölkerung, die durch TV-Formate wie „Saturday Night Fever“ auf sozialpornografische Darstellung von Komsaufen und American Pie im Real-Life getuned sind wie der berühmte pavlow’sche Hund. Songs wie „3 Tage wach“ oder „Das geht ab“ haben das Feld geebnet.

Auf der anderen Seite haben wir mit Cornelia Mooswalder die typische Siegerin einer Casting-Show: das sympathische Mädel aus der Nachbarschaft. Allerdings fehlt ihr die schon oben erwähnte Authentizität. Durch ihre natürliche Art kann sie zwar Sympathien auf ihre Seite ziehen, allerdings ist ein Publikum immer unerbittlich. Vor allem, wenn gleich im Anschluss im Privat-TV das Casting für X-Factor beginnt, DSDS gerade am Laufen ist und der ORF natürlich auch noch mit seiner Songcontest-Show nachlegt (zu der nicht die Gewinnerin der eben erst zu Ende gebrachten Casting-Staffel fahren darf). Der Sieger-Song an sich folgt der gelernten und verinnerlichten Struktur des radiotauglichen, unaufdringlichen Pop-Songs. Tut nicht weh, bleibt aber auch nicht hängen. Die Thematik schon zehnmal durchgekaut, den Strophen- und Chorus-Aufbau schon 100 mal gehört. Ein wirklich schöner Song also, aber auch kein Aufreger – perfekt dem Format angemessen.

Am Besten also, wenn man die 100.000 Euro nimmt (von denen nach Abzug der Steuern eh nur mehr die Hälfte übrig bleibt) und diese in sinnvollere Aktionen als die Produktion und Veröffentlichung eines Albums steckt – nichts anderes war aber auch die Zielsetzung: anstatt sich in die Mühlen der Musikindustrie zu begeben und auf Teufel komm raus gehyped, promoted, durch die Medien gezogen zu werden um schlussendlich der Aufmerksamkeitsspanne und Sensationslust des Konsumenten nicht mehr standhalten zu können, ging es darum, sich während der Staffel bestmöglich zu präsentieren, dem Sender Quote zu bringen und dafür fürstlich belohnt zu werden – von einer Karriere wurde nicht mal im Kleingedruckten etwas erwähnt. Eine Win-Win-Situation sozusagen: Quote für den Sender, Kohle für den Sieger und ein Zweitplatzierter, der es vielleicht noch zu was bringt.

Aber was denkt das Publikum? (eine gute Gelegenheit, diese Umfrage-Tool mal zu testen)

42 – The Number of the Cloud

42 – Das ist wohl die bekannteste Nummer des Planeten. Zumindest für alle, die soweit flügge in der Welt sind um „The Hitchhiker’s Guide To The Galaxy“ gelesen zu haben. Mehrmals. Die Idee zu dem Buch kam Adams übrigens 1971, als er sternhagelvoll in einem Feld in der Nähe von Innsbruck aufwachte, nachdem er einige Gösser vernichtet hatte. Vielleicht ist Innsbruck ja der Nabel der Welt, von wo aus man die visionären, kreativen Ideen empfängt…

42 – Das ist die Antwort auf das Leben, das Universum und überhaupt alles (auch Google rechnet richtig). Warum gerade 42, das wissen wir nicht. Ist wohl so unergründlich wie die Frage selbst und auch so gut wie jede andere Antwort. Die Zahl allerdings wird von einem gigantischen, von Mäusen (der zweitintelligentesten Spezies auf dem Planeten, nach den Delfinen, versteht sich) betriebenen Supercomputer errechnet – der Erde selbst. Gebaut vor Millionen von Jahren durch irgendwelche durchgeknallten multi-dimensionalen Selbstfindungsfanatiker, die unbedingt eine Antwort auf die Frage brauchten, damit sie wieder mal eine Nacht durchschlafen können.

Und da sind wir beim Thema. Zwar sind wir Menschen nicht multi-dimensional (zumindest noch nicht, soweit ich weiß), mit dem Rest kann man sich aber durchaus anfreunden. Und unser Supercomputer ist zwar nicht die Erde selbst, umspannt diese aber relativ lückenlos (zumindest in den Industrieländern, siehe auch diese Facebook-Karte). Früher hieß das Teil mal Internet, was mittlerweile aber sooo 80ies klingt, da nennen wir das wohl lieber Web 2.0. Auf die 3.0er Version warten wir ja alle schon gespannt und sie wird sicher in die Richtung der großen, alleswissenden Müllhalde, pardon Wolke gehen.

Die Vorstellung an sich ist schon schön: alle Daten schön gespeichert auf irgendwelchen Serverfarmen, die digitalen Endlager meines online-Fingerprints. Keine Programme mehr installieren, nur mehr darauf zugreifen. Keine Daten mehr irgendwohin laden, keine externen Festplatten mehr, Videotheken mit vollem Zugriff auf alle Filme, Musikstreaming-Services, da braucht man kein MP3-Archiv mehr…

Doch wie heißts so schön: Was zu schön klingt um wahr zu sein, ist meistens auch nicht wahr. Cloud-Computing wird sicher die Zukunft sein, allerdings wirds da noch ein wenig dauern, bis der Konsument mitbekommt, was da jetzt eigentlich von ihm verlangt wird. Wir sprechen hier jetzt nicht von den Early Adoptern, den Cracks und Nerds, sondern von der nachziehenden Mehrheit der Menschen, die dann zur kritischen Masse führen und dann explodiert ein Ding. War bei iTunes so, nachdem da die ersten 2 Mio. iPods den Besitzer gewechselt haben, gings auch mit der Plattform bergauf. War auch mit den Smartphones so. Kritische Masse in der Konsumentenschicht erreicht und puff, die Apps explodieren.

Die Cloud beginnt ja bereits jetzt stetig zu wachsen. Mit Spotify oder Simfy hab ich meine Musik überall dabei (zumindest, wenn das völlig veraltete territoriale Urheberrecht endlich mal erneuert wird), verlinkt nicht mit meinem PC, Notebook oder iPhone, sondern mit meinem Account. Dort, wo ich und meine Login-Daten sind, sind auch alle meine Songs. Und mit alle meine ich alle. Durch die Such- und Empfehlungsfunktionen ist das Ganze dann auch viel komfortabler, als wenn ich mich durch meine Externe und die einzelnen Alben-Ordner wühlen muss, bis ich was gefunden hab. Oder mir die iTunes Library wieder mal abschmiert, weil sie überfordert ist.

Die Cloud ist aber auch sowas wie Dropbox. Mittlerweile hab ich über zumindest 3 PC’s, 1 Notebook und mein iPhone Zugriff auf meine Daten, Word-Files, PDF, alles wird automatisch synchronisiert. Vorteil: geht die Festplatte in die Knie sind die Daten immer noch da. Unsterblich in der Cloud. Oder generell mit Anwendungen arbeiten. Keine Installation mehr nötig. läuft alles über das Web. Officelive zum Beispiel. Oder GoogleDocs.

Mit der Cloud werden aber auch Sachen so richtig Unkaputtbar. Früher konnte man durch Verhaften, Aburteilung und Hinrichtung der Rädelsführer relativ rasch ungünstige Meinungsmacher zum Schweigen bringen. In Zeiten des Internets geht das nicht so leicht. Das Internet ist die moderne Hydra. Schlägt man ihm einen Kopf ab (zB man verhaftet einen gewissen Julian Assange) und glaubt, damit wär alles geklärt, finden sich genug Freiwillige, die den Inhalt der betreffenden Website auf ihren Webseiten spiegeln und so die Datenmenge derart oft replizieren, dass es unmöglich wird, alle Versionen zu löschen. Die digitale Unsterblichkeit.

Klingt doch alles super, oder? Nur ist der Mensch meist ein besitzgesteuertes Individuum, dass sich zum Teil nur darüber definiert, was seinem Machtbereich unterliegt. Darum kaufe ich mir CDs und stell sie ins Regal – zum Posen. Bücher, von denen ich einige wahrscheinlich nie lesen werden, stelle ich mir rein, damit sie imponieren, wenn Gäste kommen. Der Flat-Screen, die Heimkino-Anlage, etc. Das alles ist Besitz. Warum tu ich mir das an und saug mir Terrabytes and MP3s und Filmen aus dem Netz, wenn ich über Streaming sowieso über kurz oder lang alles verfügbar habe? Nicht weil ichs so toll finde und mir immer die ganze Sammlung durchhöre. Sondern weil ich Besitzen will. Möglichst viel anhäufen und mein Eigen nennen. Meine eigene, persönliche Datencloud sozusagen. Mein Schatz. Die nur ich habe und mit der ich bei meiner Wohnungsparty angeben kann, weil ich den neuesten, heißesten Scheiß habe, der bei uns erst in 3 Monaten auf CD rauskommt.

Wenn es die Cloud-Anwendungen schaffen, dieses Besitzdenken umzulegen, auf die anarcho-demokratische Funktionsweise des Internets (oder den Begriff Besitz neu zu definieren), spricht sehr viel für den Erfolg dieser Anwendungsform und es könnte tatsächlich eine weltweite Wissensdatenbank entstehen, die noch größer ist, als alles bisher dagewesene und vor allem organisierter. Posen muss ich natürlich auch noch können. Zum Beispiel, in dem ich all meinen Freunden meine Playlist empfehle. Mit dem neuesten, heißesten Scheiß, der bei uns erst in 3 Monaten auf CD rauskommt, wenn überhaupt. Brauch ich keine CD-Sammlung dazu, Posen-Deluxe, das geht über das Internet und meine bis dahin 50.000 Facebookfreunde.

Vielleicht kommt die Cloud dann auch mal auf die Antwort nach dem Leben, dem Universum und überhaupt Allem. Vielleicht ist es auch 42. Vielleicht entwickelt sich daraus auch etwas Unzähmbares. Und statt 666 heißts dann 42 – The Number of the Cloud.

Einschaltimpuls

Zugegeben, wenn man der aktuellen Diskussion in den heimischen Medien folgt, liegt beim staatlichen Rundfunk mehr als alles im Argen.

Was zum Teil sicher auch stimmt.

Gegen die Eigenproduktionen des ORF in den letzten Jahren (man denke voll Fremdschämen an Quotenhoffnung „Mitten im Achten“), floriert der türkische Soap-Markt direkt. Von Bulgarien über Griechenland, bis in den Kosovo werden die Familiendramen anscheinend exportiert. Wird sicher bei uns auch noch aufschlagen, schließlich will die Zielgruppe der Migranten und -innen auch entsprechend erschlossen werden – wenn auch nicht unbedingt von jedem Politiker ein Entgegenkommen in diese Richtung gern gesehen wird – die schauen dann wohl eher auf die Entwicklung in Ungarn.

Und zum Teil sicher nicht stimmt.

Gut, die Änderung des Namens und Logos werden jetzt nicht die gravierenden Konsequenzen haben, sind aber ein Schritt in die richtige Richtung. Schließlich soll das Öffentlich-Rechtliche hierzulande nicht dasselbe Schicksal ereilen, wie gegen Jahresende im nördlichen Nachbarstaat. Oder doch? Arbeitet ein öffentlich-rechtlicher Sender, der zunehmend wie ein Privater agiert, am Thema seines Auftrags vorbei? Sollte anstatt mit Docu-Soaps und Casting-Shows als Eigenproduktionen in direkter Konkurrenz mit den heimischen und deutschen Privaten zu stehen, auf die Kernkompetenzen fokussiert werden?

Sollte er. Angesichts der Tatsache, dass die heimische Suche nach den nächsten Laufsteg-Trullis auf dem sonst marktanteilsmäßíg eher moderat ausgestatteten privaten Puls 4 vom Stand weg Quotenrekorde einfuhr und es – man glaube es kaum – immer noch eine schier endlose Ressource der nachhaltigen Biomasse „Single-Bauer“ gibt, wodurch es „Bauer sucht Frau“ sogar schafft, sich eines Mittwochs mal als Marktführer in der Primetime zu platzieren. Imagemäßig stellen die Privaten den perfekten Nährboden für Boulevard-Berichterstattung, Casting-Formaten aller Art und rührseligen Lugner-Urlaubsreportagen dar. Nennt man dann „Marktführerschaft“. Das Wort kennt man beim ORF auch, das war die Situation bis vor einigen Jahren (und teilweise auch heute noch, wenngleich die Quoten sinken). Und Marktführerschaft wird durch Innovation angreifbar. Innovativ ist es allerdings nicht, den führenden heimischen Society-Moderator zu ködern und unerreichbare Erwartungen durch eine entsprechende Marketingkampagne zu schüren. Society und Boulevard – Privatmedien-Territorium. Eine Spendensendung wie „Licht Ins Dunkel“ wird auf einem Privaten auch eher nicht stattfinden. Das ist angestammtes Territorium des Öffentlich-Rechtlichen. Wobei Unterhaltung durchaus im ORF stattfinden soll und kann. Die „Seitenblicke“ auf ORF 2 sind immer noch Quotenbringer, vom Schifahren und dem Opernball ganz zu schweigen (die Topquoten 2009 im Überblick). Unterhaltung muss also nicht heißen, sich automatisch in die Niederungen des Boulevards zu begeben. Sendungen wie „Wir sind Kaiser“ oder die gesamte Donnerstag-Nacht-Schiene beweisen, dass Unterhaltung auch anders funktionieren kann, als der Jugend beim samstäglichen Komasaufen zuzusehen (was zugegebenermaßen sehr unterhaltsam ist und den sozialpornografischen Voyeur in Einem befriedigt, aber wie schon gesagt, besser zu den Privaten passt).

Neue Medien – auch ein Thema, bei dem der ORF zwar tapfer, aber auch etwas Strategielos agiert. Während 2007 noch eine Klage gegen Youtube geprüft wurde (sowas kennt man ja sonst nur von der schamlosen Musikindustrie), die Offensive des ZDF mit eigenem Kanal zur Bundestagswahl (Juli 2009) von Pius Strobl noch damit kommentiert wird, dass der ORF vom jungen Publikum ausreichend gesehen werde, hat man 3 Monate später mit Youtube-Verbreitung von Content kein so großes Problem mehr. Zugegeben, die TV-Thek des ORF ist eine Spitzensache, der Großteil des Publikums bewegt sich aber nun mal auf Plattformen wie Youtube, oder Facebook. Hier muss man dem ORF zu Gute halten, dass er innerhalb des letzten Jahres viel getan hat und hoffentlich noch tun wird. Information als Kernkompetenz – das steht außer Frage. Aber auch die Versorgung des Publikums mit Information über sämtliche verfügbaren Kanäle muss zur Strategie zählen.

Information – die Kernkompetenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überhaupt. Die Menschen durch neutrale Berichterstattung über gründlich recherchierte, relevante Ereignisse zu informieren (so ähnlich sagens die journalistischen Grundsätze – der Ehrenkodex der österr. Presse verlangt da noch viel mehr). Da muss man sagen, ist der ORF zumindest bemüht, keine politische Einflussnahme aufkommen zu lassen (und verteidigt zum Glück mit allen Mitteln die Pressefreiheit, wie beim Eiertanz um „Am Schauplatz“ -Sager oder Nicht-Sager.). Nicht ganz so klar wird die Geschichte bei der generellen Zusammensetzung der ORF-Granden bzw. des Publikumsrates (der skurrilerweise per Fernkopierer vulgo Fax gewählt wird). Die unabhängige Berichterstattung ist durch Nähe zur Politik immer gefährdet – Berufsrisiko sozusagen. Wenn die Möglichkeit besteht, die Führung eines Unternehmens nach Parteibuch zu bestimmen, selbst wenn die Fähigkeiten stimmen, ist Vorsicht angebracht. Im Gegensatz zu den privaten wird der öffentlich-rechtliche immer in einem gewissen politischen Spannungsfeld stehen – wer beißt schon gern die Hand, die einen füttert. Dem Journalismus muss dies aber zugestanden werden. Die Entwicklung in Ungarn – und noch viel Arger in Staaten im unteren Ranking der Pressefreiheit zeigt – wohin das sonst führen kann.

Der ORF ist tot, es lebe der ORF – geben wird es ihn immer und wenn ihm durch die Rahmenbedingungen einerseits und durch eine entsprechende Unternehmenskultur andererseits die Möglichkeiten eingeräumt werden, sich abseits von billigen Quotenforderungen (weil Werbegelder) zu positionieren, wohl stärker denn je. Und vielleicht läuft ja doch bei uns bald im Sinn der kulturellen Vielfalt die eine oder andere Folge von „Yaprak Dökümü„…

Der digitale Bücherwurm

Web 2.0, Social Network, Recommendation-System: alles Schlagwörter einer neuen Generation von Internet-Usern. Diese neuen Formen und Mechanismen der Online-Welt scheinen sich quer durch alle Interessens-Gebiete zu ziehen.

Eine meiner neuen Entdeckungen – und im Augenblick gerade ein netter Zeitvertreib: www.librarything.com. Analog zur Musik-Plattform last.fm dreht sich hier alles um – ein im Internetzeitalter zugegebenermaßen etwas vernachlässigtes Medium – das gemeine Buch.

Durch die Vernetzung mit den diversesten Online-Katalogen, sei es von Bibliotheken (wie der Library Of Congress, der amerikanischen Nationalbibliothek oder Buchhändlern wie Amazon bzw. mehreren hundert internationaler Kataloge) kann hier komfortable ein virtuelles Abbild der eigenen Bibliothek angelegt werden. Diese werden dann in bester Web 2.0-Manier gerated, getagged und rezensiert.
So Weit so Gut – und ein Pragmatiker wie ich fragt sich natürlich: Wozu?

Der eigentliche Clou besteht bei dieser Plattform ganz simpel darin, dass durch eine Recommendation-Funktion Bücher aus ähnlichen Interessensgebieten vorgeschlagen werden. Jetzt kann man wieder fragen: Gut, dass macht Amazon schon lange, also: Wozu?

Im Gegensatz zu Amazon, dass mit einem, zugegeben sehr genialen, Empfehlungs-Algorhythmus arbeitet, spielt sich bei librarything.com das Empfehl-Wesen rund um die User ab und nicht wie im Fall von Amazon nur aufgrund der eigenen Präferenzen. Das Wissen der Masse wird hier ausgenutzt, um durch Tagging- und Rating-Mechanismen zu einem befriedigenden Ergebnis zu führen. Wie gesagt, ähnlich wie der Amazon-Algorhythmus, aber mit viel mehr Interaktivitäts-Möglichkeiten zwischen den Usern. Und eben nicht nur auf einen Katalog beschränkt.

Ein interessantes Experiment im Web2.0-Raum. Und das nicht nur, um zu beweisen, was mit den neuen Technologien möglich ist, ohne auf einen Mehrwert und Nutzen für den Konsumenten zu achte und somit zu einem weiteren Zeitfresser einer ohnehin schon schnellen Welt zu werden, sondern mit einem echten Mehrwert für die Zielgruppe: den (digitalen) Bücherwurm.

Music Biz Professional and Media Enthusiast