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Facebook-Sperre für den ORF – nein, danke.

Die KommAustria untersagte dem ORF den Betrieb von 39 Facebook-Seiten aufgrund §4f des ORF-Gesetzes. ORF, Politik und private Medien stehen im Diskurs, die Positionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Facebook-Sperre für den ORF – nein, danke. weiterlesen

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Innovative Werbeträger: Plakat 2.0

Web 2.0, Social Networks, virales Marketing – alles neue Schlagwörter der Werbetreibenden und Marketing-Verantwortlichen. Und zu Recht wird der Online-Bereich als immer wichtiger angesehen, gerade in Zeiten wie diesen, wo die Internet-Nutzung noch immer ansteigt (72,9% aller Haushalte im Jahr 2010 verfügen über einen Internetzugang, Quelle: Statistik Austria), und die Menschen mehr und mehr Zeit mit elektronischen Medien verbringen. Allerdings sollte man nicht einzig auf Online-Aktivitäten setzen, sondern vielmehr beide Welten miteinander verknüpfen.

Und hier kommt es immer wieder zu exzellenten Beispielen, wie neue und alte Medien verbunden werden können. QR-Codes (ein auf mobilen Endgeräten auslesbarer Strichcode) sind zwar bei uns noch nicht so verbreitet, allerdings sind sie eine Form möglicher Verknüpfung (zum Beispiel Calvin Klein im Juli 2010). Neben einem großflächigen QR-Code wurde der Markenname, sowie das Versprechen „Get It Uncensored“ kommuniziert. Dem Code ist ein 40-Sekunden Werbespot hinterlegt, der die Message transportieren soll. Ein guter Versuch, mittels eines Billboards multimedial zu kommunizieren.

Ein weiteres Beispiel wurde erst unlängst mit Foursquare und einem deutschen Hundefutterproduzenten durchgeführt. Ein Video, dass die Kampagne kurz zusammenfasst findet sich hier auf Youtube, bzw. auch in den API-Highlights im offiziellen Blog von Foursquare. Das Plakat wurde hier dazu verwendet, via Probespender den Konsumenten mit seinem Hund während dem Gassi-Gang abzufangen und ihm eine Futterspende zu präsentieren, wenn er sich via Foursquare eincheckt.

Allerdings sollen nicht nur die Welten miteinander verknüpft werden, sondern auch die einzelnen Medienarten in sich verbessert werden. Die klassischen Werbeträger werden laufend verbessert, um die Nachteile gegenüber der Online-Kommunikation auszugleichen.

Der große Nachteil der klassischen Medien liegt in ihrem Streuverlust, der unweigerlich eintritt, da es sich meist um One-To-Many-Kanäle handelt. Neue Lösungen scheinen aber nicht weit, vor allem im Plakat-Bereich: kürzlich stellte das Unternehmen Immersive Labs Plakatwände vor, die interaktiv geschalten werden können und sich dabei als lernfähig erweisen.

Ein kurzes Demo-Video der Soft- und Hardware findet sich hier. Technisch gelöst wird die interaktive Plakatwand durch Kommunikation mit den Servern von Social Networks bzw. durch Einsatz von Webcams. Letzere sind im digitalen Billboard-Bereich nichts neues, sondern werden schon länger eingesetzt, um grob das Geschlecht und das Alter, sowie die Verweildauer zu bestimmen. Allerdings nur als Feedbackkanal für den Auftraggeber, um Statistiken darüber zu haben, wer sich das Plakat angeschaut hat.

Immersive Labs gehen nun hier einen Schritt weiter in eine spannende Richtung: sie spielen dem Zielpublikum gezielt Spots/Anzeigen aus, basierend auf zB dem Scan von Twitter und Foursquare, ob in der Nähe ein Sportevent stattfindet, erhalten die Konsumenten Werbung von Sportmarken. Via Gesichtserkennung spielt die Software passend zu Geschlecht und Alter die entsprechenden Werbemittel aus.

Diese Technik führt in eine spannende Richtung, einerseits werden die Daten von Konsumenten stärker zur Ansprache genutzt, was Datenschutz-Fragen aufwirft, andererseits soll damit die Werbung gezielter an die Interessen angepasst werden. Die interessensadäquate Präsentation von Werbemitteln an den Konsumenten bietet zahlreiche Vorteile für den Werbetreibenden:

– Minimierung des Streuverlustes durch genauere Abgrenzung und Bespielung der Zielgruppe
– Minimierung des Kommunikationsaufwandes (durch korrelierende Interessen muss weniger Überzeugungsarbeit für das Produkt an sich geleistet werden)
– höhere Werbeakzeptanz in der Zielgruppe (Werbung fällt nicht negativ oder störend auf, da sie ja Interessen bedient)

Laut einem Artikel bei Mashable, hat sich in einem Test-Store die Engagement-Rate um 60% im Vergleich mit herkömmlichen Billboards gesteigert. Ein imposanter Wert.

Interessant wird diese Entwicklung auf jeden Fall, sobald sie von den Out Of Home-Trägern auch auf andere Werbeformen übergreift. Interaktive TV-Spots, Augmented Reality-Printanzeigen, 3D Kino-Spots, Hörfunk-Spots mit Soundmuster (ähnlich der Songerkennungs-Software auf Smartphones) – die Technologien dazu gibt es, der Einsatz ist allerdings noch spärlich und vor allem bei innovativ geltenden Marken im Versuchsstadium.  Allerdings brechen spannende Zeiten an, die klassische Werbekonzeption und -rezeption beginnt aufzubrechen und die beiden Welten On- und Offline verschmelzen zusehends miteinander.

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Wer kennt sie nicht, die Social Networks. Die Flaggschiffe des Web 2.0, tonangebende Spitzenreiter der Netzkultur und Paradebeispiel für digitale Hypes. Aus der simplen Idee entstanden, ein paar Menschen mit gleichen Interessen zusammenzuschließen, damit diese sich gemeinsam austauschen können, stehen hinter Portalen wie MySpace, YouTube oder Facebook mittlerweile milliardenschwere Unternehmen, die hier die nächsten großen Gewinne riechen. Neben aktuellen Trends zu noch mehr Funktionalität und plattform-übergreifenden Applikationen um so Nutzer auf die jeweilige Site zu ziehen, sprießen die Social Networks nur so aus dem Boden.

Besonders interessant ist es, die regionale Verbreitung der Social Networks zu betrachten, wie es etwa bei valleywag.com gemacht wird:

Hier relativiert sich die Dominanz der bekanntesten Networking-Plattformen. Besonders im deutschsprachigen Raum tritt studivz als beliebteste Plattform zu Tage, dies hängt maßgeblich mit der Tatsache zusammen, dass Facebook, obwohl gleich aufgebaut und auf die gleiche Zielgruppe abzielend, erst verspätet seine deutsche Version online geschalten hat.

In den USA steht MySpace mit einem Marktanteil von etwa 80% (Februar 2007) klar an der Spitze der Social Networks, gefolgt von Facebook mit 10% und Bebo mit knapp 1% (Quelle: Hitwise bzw. „The Socal Web“/Steve O’Hear). Der Erfolg spricht für sich, oder etwa nicht?

Auch in Österreich wird auf die Community-Funktionen gebaut. Auf praktisch jeder Medien-Seite wird die Möglichkeit geboten, Kommentare zu den Inhalten abzugeben – klarerweise muss man sich dafür registrieren. Sms.at hat beispielsweise im Oktober 2007 ihr Community-Service gestartet und wirbt damit, „die besten Funktionen aller Online-Communities auf einer Plattform“ zu vereinen. Ohne jetzt sms.at, eine seit Jahren etablierte Plattform in Österreich, kritiseren zu wollen, ist es leider vielfach so, dass sogenannte Communities allzuoft zahnlos bleiben und keinen echten Mehrwert im Austausch für persönliche Daten und die eventuelle Identifikation mit dem Service bieten. Irgendwie hat es den Anschein, dass einfach jeder auf den Web 2.0 Zug aufspringen will, der gerade mit Vollgas durchs Internet rauscht. Dabei mangelt es durchaus nicht an kreativen Ideen, die die Communities bieten. Alpengluehen.com – das Netzwerk für Freizeit und Unterhaltung im österreichischen Raum bietet vielfältige Möglichkeiten, mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten und zu interagieren. Tripwolf.com, ein neues österreichisches Internet-Startup, setzt ebenfalls auf den Faktor Tourismus.

Ein Hauptproblem der Communities und Social Networks wird es in Zukunft wahrscheinlich sein, innovativ zu bleiben, und den Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein. Studivz beispielsweise erinnert verdächtig an Facebook, der große Unterschied lag allerdings hierbei im Vorsprung durch die Sprachbarriere. Interessant wäre es gewesen, die Entwicklung zu beobachten, wäre auch Facebook von Beginn an in deutscher Sprache gestartet.

Das zweite Problem durch wie Pilze aus dem Boden schießende Plattformen wird das Generieren einer kritischen Masse sein, welche letztendlich über die Attraktivität für die Werbekunden entscheidet, um die einzelnen Sites zu finanzieren. Besonders in einem kleinen Markt wie Österreich, der ja auch im traditionellen Medienbereich nicht gerade durch Vielfalt punktet, wird sich heraustellen, wie Nischenprodukte, oder speziell auf den Markt zugeschnittene Produkte die internationale Konkurrenz fordern können.

Wird das Web 2.0, die soziale Revolution im Netz, genauso zur Internet-Blase werden, wie damals eCommerce? Endlos aufgebläht, schließlich explodiert und nun in normale Wachstumsbahnen gelenkt? Angesichts der Investitionen einiger großer Konzerne in Projekte wie MySpace oder Facebook, könnte es wohl so anmuten. Interessant wird, ob hier eine ähnliche Konsolidierungsphase einsetzen wird, wie es sie etwa in den USA in der Entertainment-Industrie und hier vor allem in den Bereichen Film, Musik und Radio gab und gibt.